Der Complexity Manager in der Version 2019

Der Complexity Manager in der Version 2019

Der Complexity Manager in der Version 2019



Variantenmanagement in Zeiten des digitalen Wandels – So viele Daten wie nötig und so wenig wie möglich!

„Daten sind das neue Öl der Weltwirtschaft“, wie man des Öfteren lesen darf. Doch wie viel Öl ist notwendig und wie gut fließt es, um Produktvarianz und Produktion im Sinne der Industrie 4.0 geschmeidig ans Laufen zu bringen? Können die vergleichsweise alten Daten der Produktvarianz in Qualität und Quantität einfach so in die neue Datenwelt übernommen werden, die sich auf der Produktionsseite gerade entwickelt? Das sollte zumindest überprüft werden. Ein Hilfsmittel dazu: Der Complexity Manager in seiner neuen Version CM 2019.

Einige der wesentlichen Fragestellungen zur Produktkomplexität:

Wie machen wir das Variantenmanagement fit für den digitalen Wandel?

Langweilig war es ja noch nie im Variantenmanagement, also ist das auch nicht in diesen Zeiten des digitalen Wandels zu erwarten: Neben den Produktvarianten selbst erhält konsequenterweise das Thema Daten einen erheblichen Zuwachs an Bedeutung. Qualität und Quantität der Daten der Produktvielfalt werden entscheidend sein für einen erfolgreichen Übergang in das „Industrie 4.0-Zeitalter“. Nur beides zusammen liefert Transparenz und Hinweise auf das notwendige Maß der zu automatisierenden Umfänge im Produktionsablauf.


    Wie viele Varianten sind nötig, wie viele sind möglich?

    Nach wie vor ist die Beantwortung dieser Frage essentiell. Alles, was am Markt benötigt wird, soll natürlich auch angeboten werden. Dafür müssen die firmeninternen Abläufe um den Auftragsabwicklungsprozess aber keineswegs unverhältnismäßig komplex sein. Marktspezifische Anforderungen werden zunächst unabhängig von der technischen Umsetzung beschrieben, um für die spätere Entwicklung von Komponenten und ihren Werkzeugen die maximal möglichen Freiheitsgrade zu erkennen. So entstehen zwei Sichten auf das Produkt: Die eher "lösungsneutrale" Sicht des Marktes und die "lösungsspezifische" Sicht des herstellenden Unternehmens.


      Wie gelangt man an ein frühzeitiges Marktbild zu den Produktanforderungen?

      Für die eher lösungsneutrale Sicht werden die Marktanforderungen unabhängig von der technischen Lösung aufgenommen. Die Produktmerkmale samt ihren Ausprägungen werden aus Sicht des Marktes definiert und Kombinationseinschränkungen abgeleitet. Die entstehende Übersicht (Merkmalbaum) wird um Stückzahlprognosen oder reelle Verkäufe ergänzt. Es entsteht eine Übersicht mit gut und weniger gut verkaufbaren Varianten, sodass auch frühzeitig konkrete Anhaltspunkte für die Definition von Ausstattungspaketen abgeleitet werden können.


        Wie kann man die Anzahl der Teilevarianten vor der eigentlichen Entwicklung bestimmen?

        Die zweite Sicht auf das Produkt stellt den Zusammenhang zwischen Marktanforderung und technischer Umsetzung her. In erster Näherung wird dabei angenommen, dass die Varianten der technischen Komponenten ausschließlich durch die Marktanforderungen zu begründen sind. Eine Komponente wird nach diesem Verständnis also nur dann verändert oder neu entwickelt, wenn konkrete Marktanforderungen dahinterstecken. Sind diese bekannt, lassen sich mit Hilfe der Erfahrung aus der Entwicklung Anzahl und Mengenbedarf der zukünftigen Komponentenvarianten bestimmen.


          Welche Kosten lassen sich frühzeitig vermeiden?

          Für die so abgeleitete Übersicht der Varianz an Komponenten (Variantenbaum) lässt sich im Falle einer Eigenfertigung der Bedarf an Investitionen für z.B. Werkzeugkosten ermitteln. Im Zusammenhang mit der Bedarfsmenge der Komponentenvariante, die aus den Stückzahlprognosen oder reellen Verkäufen abgeleitet wird, wird auch in jedem Einzelfall klar, welche Investitionen sich anhand der Verkaufszahlen lohnen und welche nicht. Ggf. bietet sich eine Vereinheitlichung von Varianten an, um den Investitionsbedarf zu senken. Im Falle einer Fremdfertigung von Komponenten kann man dem Zulieferer deutlich konkretere Angaben zur benötigen Anzahl an Varianten und der jeweiligen Bedarfsmenge machen.


            Welche Auswirkungen haben neue Marktanforderungen?

            Da die Marktanforderungen hier als Hauptgrund für die Entstehung von Varianten angesehen werden, lassen sich auch die Auswirkungen von Änderungen dieser Anforderungen simulieren: Wird am Markt beispielsweise eine weitere Leistung für Europa verlangt, so läßt sich direkt ableiten, welche Komponenten neu entwickelt oder überarbeitet werden müssen, wenn diese Anforderung bedient werden soll. Alle Komponenten, deren Varianz von der Leistung geprägt ist, sind von dieser Änderung betroffen. Damit lassen sich frühzeitig auch die Kosten abschätzen, die durch die Neuentwicklung, Werkzeugbeschaffung und ähnlichem verursacht werden.


              Wo liegt die optimale Vielfalt bei möglichst geringem Abwicklungsaufwand?

              Die Betrachtung der Produktvarianten aus Markt- und der damit gekoppelten Entwicklungssicht ermöglicht somit eine frühzeitige Variantenplanung. Liefert dabei die Marktsicht Prognosen oder reelle Verkaufszahlen der Varianten, liefert die technische Sicht die Information, mit wieviel verschiedenen und gleichen Komponenten das Produktprogramm realisiert werden kann. Die meisten Verkäufe mit der geringsten Anzahl an verschiedenen Komponenten stellen dabei ein Optimum der Variantenvielfalt dar. In den letzten 40 durchgeführten Projekten zur Variantenanalyse wurden knapp 80% des Gesamtabsatzes im Durchschnitt mit bereits 24% aller Varianten und 44% aller Teilenummern erzielt.


                Welche Datenmenge sollte man für den Konfigurator vorsehen?

                Da die überwältigende Mehrheit der Analysen zu dem Ergebnis führt, dass mit etwa einem Drittel der Produktvarianten mehr als 80% des Verkaufsvolumens erzielt werden, darf man sicher empfehlen, nicht alle machbaren und möglichen Varianten datentechnisch im Konfigurator zu hinterlegen. Die Programmierung aller Varianten für den Konfigurator wäre nämlich sehr aufwändig und damit auch sehr kostspielig und dabei ist auch noch nicht einmal garantiert, dass jede programmierte Variante überhaupt vom Markt gefordert wird. Es empfiehlt sich vielmehr, das Produktprogramm in einen konfigurierbaren ("CTO") und einen auftragsbezogenen ("ETO") Bereich zu unterteilen. Der auftragsbezogene Bereich wird dabei nicht im Konfigurator hinterlegt, sondern erst dann technisch zu Ende entwickelt, wenn wirklich ein konkreter Kundenauftrag dahintersteht. Das erfüllt den Leitsatz: "So viele Daten wie nötig und so wenig wie möglich"


                  Wie flexibel muss die Produktarchitektur sein, wie starr darf sie sein?

                  Marktanforderungen sind mehr denn je fortlaufend Änderungen unterworfen. Einige ändern sich so gut wie nie, andere wiederum sehr häufig. Da Marktanforderungen hier als Begründung für die Varianz an Komponenten im Vordergrund stehen, lässt sich auch sehr früh ableiten, welche Komponenten häufiger anzupassen oder zu ändern sind. Dies muss bei der entwicklungs- wie auch produktionsseitigen Umsetzung der Marktanforderungen berücksichtigt werden. Die vom Markt geforderte Flexibilität muss sich in der Produktarchitektur und der Produktion entsprechend flexibel mit vertretbarem Aufwand umsetzen lassen.


                    Welche Variante ist wann einzuplanen?

                    Nicht jede Variante einer Produktfamilie wird zum gleichen Zeitpunkt am Markt eingefordert. Das bedeutet auch, dass man nicht sofort alle Varianten am Markt anbieten muss, sondern dies meist nacheinander im Abstand von Monaten, wenn nicht sogar Jahren einzuplanen ist. Auch hier spielen die Anforderungen des Marktes eine große Rolle, da genau sie es sind, die zu unerschiedlichen Zeitpunkten verlangt werden. Neue Cabriolets werden zum Beispiel vorwiegend im Frühjahr auf den Markt gebracht, eine Limousine vielleicht erst im Herbst bevor im nächsten Frühjahr eine Kleinlaster-Variante hinzukommt. Auch dies hat Auswirkungen auf die Komponentenvarianz, da auch sie teilweise erst zu einem späteren Zeitpunkt benötigt wird. Der Complexity Manager berechnet aus den Lebenszyklen der einzelnen Endprodukte den Zeitpunkt für die notwendige Beschaffung der passenden Komponenten um. Somit besteht auch hier sehr frühzeitg ein konkreter Plan, wann welche Variante mit welchen Komponenten zu berücksichtigen ist.


                      Welche Potenziale lassen sich erschließen?

                      Bei der Variantenplanung lassen sich durch das frühzeitige Erkennen vom Markt schwach nachgefragter Produktvarianten und deswegen nicht benötigter Komponenten Investitionskosten vermeiden oder durch Vereinheitlichung von Komponenten optimieren. Eine Bereinigung von Produktvarianten führt dazu, dass dauernde „Pflegekosten“ eingespart werden können. Die Größenordnung ist für jede Komponente und Variante unterschiedlich. Auf die Frage „Was kostet eine Variante“, kann es daher auch nie nur eine Antwort geben. Werden in der Variantenplanung zudem auch noch Investitionen in Werkzeuge vermieden, gehen die Potenziale auf jeden Fall in die Millionenhöhe.


                        Zusammenfassung aus der Sicht des Marktes

                        Aus der Sicht des Marktes ist es wichtig, dass man zunächst eine saubere Definition der Anforderungen findet, die möglichst lösungsneutral von der technischen Umsetzung zu formulieren sind. So ist die Wahlmöglichkeit einer "Sitzheizung" in einem Auto die richtige Formulierung. "Elektrische Sitzheizung" dagegen wäre falsch gewählt, da dem Markt nur die Funktion "Sitz heizen" wichtig ist, nicht aber, dass der Hersteller das mit elektrischer Energie umsetzt. Zusammengefasst bietet der Complexity Manager aus Sicht des Marktes nebenstehende Möglichkeiten der Analyse und Planung von Produktvarianten.


                          Zusammenfassung aus der Sicht des technischen Realisierung

                          Mit der beschriebenen Vorgehensweise ist es bereits vor der eigentlichen Entwicklung von Komponenten möglich, ihre Vielfalt gezielt zu planen. Das ermöglicht auch das frühzeitige Erkennen von Einsparpotenzialen gerade in der Entwicklung und / oder Beschaffung von Werkzeugen, Maschinen etc. Eine nachträgliche Bereinigung von Varianten der Komponenten ist zwar auch stets sinnvoll, allerdings sind in diesem Fall die Investitionen bereits getätigt. Da der Complexity Manager die frühzeitige Planung der Varianz bis in die Stückliste hinein ermöglicht, trägt er auch erheblich zur Kostenvermeidung bei, da er hilft, gerade diese Investitionen konkret zu planen.


                            Ansprechpartner

                            Michael Friedrich

                            Kontakt